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Ehrenamt - maritime Ausbildung

Eine Anregung vom Verband Deutscher Reeder

27.03.2025


Ich lese regelmäßig die VDR Zeitschrift "Deutsche Seeschifffahrt". Dort verfolge ich die bunten Aktionen, um junge Menschen für die Seeschifffahrt zu gewinnen, sie an Bord zu holen, um den maritimen Nachwuchs zu rekrutieren.

Eigentlich benötigen wir einen gesunden Andrang von Nachwuchskräften, der Fachkräftemangel ist leider nicht nur an Bord spürbar. 

Und der VDR hat mit seinen Mitgliedern versprochen, jährlich ca. 400 Bewerber auf See und auch 200 Interessierte für die maritimen Landarbeitsplätze, auszubilden. 

Perfekter Slogan!

Unschwer zu erkennen: auch die weibliche Komponente soll unbedingt, in den einst als Männerberuf beschriebenen Arbeitsweg, gewonnen werden.

Und wenn es eine Kopfsache sein soll, dann kann SIE das auch.

Alles andere muss SIE dann selbst erfahren und kennenlernen dürfen. Ich habe auch weibliche Crew-Mitglieder an Bord erlebt, die das konnten, eine gleichberechtigte Aufgabe gemäß STCW übernommen hatten und ausfüllten. 

Es gibt immer wieder Menschen, die das nicht können oder konnten. Sowohl männliche- wie weibliche Crew-Mitglieder.

Auch ist die Verweildauer in Arbeitsverhältnissen an Bord von EU- Bürgern wesentlich kürzer geworden, als noch zu meiner Zeit.

Woran das wohl liegen könnte, kann man in meinen News oder im Buch gerne nachlesen.

Es ist eben nicht alles Gold was glänzt. Werbung kann auch Propaganda sein.


Und da wird in der heutigen Zeit sogar wieder das Fernsehen herangezogen, so wie bei mir damals, 1972!


Nicht nur meine Großeltern waren erstaunt, als sie 4 Ferienfahrer auf der CAP SAN DIEGO begleiten durften, den Bericht in der "DREHSCHEIBE" im ZDF verfolgten.

(Bildausschnitt dazu)


Und 53 Jahre später, auch im ZDF, läuft folgende Dokumentation:


ON DECK

Ausbildung auf See


Sehenswert, 14 junge Leute werden bei HAPAG-LLOYD zusammen eingeschifft, durchlaufen die ersten Schritte gemeinsam in der Gruppe und man erlebt als Ehemaliger, in heutiger Sprache und Gefühlslage versteht sich, im Grunde seine damaligen Gefühle nochmals. Was erwartet mich an Bord, komme ich klar, ist das was für mich. Genauso war es ein "MEGA Gefühl", damals die CAP SAN DIEGO steuern zu dürfen (s.o.). 


Also, ich schaue mir alle Folgen an, die erste habe ich hier zum Anklicken (blau) mit reingenommen, bitteschön.

In der Vergangenheit wurde die Seefahrt häufiger als Film in die Haushalte gesendet.

Serien wie "ZUR SEE" (ex. DDR) stellten nette Geschichten an Bord in den Mittelpunkt, was aber sehr interessant war, der Betrieb Schiff wurde ebenfalls zeitgerecht rübergebracht. Wir hatten Serien wie "JAN BILLBUSCH", oder haben immer noch "VERRÜCKT nach MEER", Passagierschifffahrt hautnah, Filme von Helga Feddersen oder das regionale Fernsehen mit verschiedenen Hafenserien. Zur Info und Wahrnehmung bestens geeignet. Dann übernahm das "TRAUMSCHIFF". Na ja, Schauspieler müssen auch leben...


Die Marine wirbt auch kräftig, das sieht dann so aus:

Auch weiblich aber ohne Helm


Man merkt, es wird deutlich um die Quote herum geworben.

Wenn MANN dann auch in Zukunft die dazugehörigen Arbeitsplätze zur Verfügung stellt und den Job auch entsprechend honorieren würde, wäre ich sehr froh, aber!


Wer hier gelesen hat und die Berichte der Wirtschaft und der maritimen Umwelt aufgenommen hat, weiß um die Probleme der Billiglohntarife, gerade im Umfeld Arbeitsplätze an Bord.


Und um genauer zu wissen was einem an Bord eigentlich erwartet,  sollte man auch diesen Beitrag/Bericht aufmerksam aufnehmen. Fakt ist dies:


Um das alles besser einordnen zu können, muss man auch wissen, dass viele Reeder gerade im Ausland nach billigen Arbeitskräften suchen, rechtlich ihnen dabei durch die Politik in Deutschland geholfen wird, dazu lesen Sie Frau Beck. Sie gibt die informative Antwort: woher nehmen und nicht stehlen.

Oft reden dort keine kompetenten Politiker zum Thema.


Deutsche, Engländer, Dänen oder Norweger, ehemals traditionelle Herkunftsländer für Seeleute, findet man auch hier nicht mehr.

MAERSK, als Global Player, setzt schon lange auf indische Besatzungen.

Die Deutschen Reeder werden weiter staatlich subventioniert, obwohl schone viele Jahre tolle Gewinne eingefahren werden.


Ich selbst hatte häufig mit Azubis an Bord zu tun.

Ferienfahrer als Gruppe oder allein reisend wurden nach besten Kräften vertraut gemacht mit meinem Traumjob. Sofern es sich lohnte!

Nette Gruppe von der HOUSTON EXPRESS


Was aus dieser netten Gruppe wurde, kann ich leider nicht sagen. Ich habe sie an Bord nie wieder getroffen.


Aber es können ja nicht immer Volltreffer unter den Anfängern sein, nur ein kleiner Teil ist infiziert und zieht durch, auf der Erfolgsleiter.

Andere nutzten die Reise und betranken sich, kamen zu spät vom Landgang zurück, waren unpünktlich, nahmen Drogen, rauchten in der Koje und legten dabei Feuer. So einen brauchte ich nicht.


Bei CMA CGM bildeten wir Engländer und Chinesen aus, als Kadetten. Die Chinesen sind mir stark in Erinnerung geblieben. Die wollten. Und sagten mir, sie sind froh einen deutschen Kapitän zu haben, wollten lernen... Oha, danke.

Die Mischung stimmte

Brückenwache / Steuern erlernen


Ein hervorragender kroatischer 1. Offizier war das Bindeglied als Ausbilder an Bord, wir planten Projekte nur für die Kadetten, so konnten sie zusammen, immerhin 4-5 Azubis, gewisse Arbeitsvorgänge, sichtbar vom Anfang bis Fertigstellung, als Eigenleistung, abliefern. Geholfen wurde durch Fachkräfte aus Maschine und von Deck.


Seemannschaft wurde theoretisch vorbereitet und in der Praxis vor Ort umgesetzt.

Kleines Beispiel woran man so denken sollte.


Abends hatten wir auf See das übliche Karaoke, aber auch Musikinstrumente für die Europäer. Kombiniert wurde das dann mit Karaoke und dem üblichen Suggling Pig, einem BBQ.


"Wer schaffen will muss fröhlich sein!"

(Zitat von Chief U. Düsterwald)


"Ausbildung sollte ein Austausch von:

 Geben und Nehmen  sein"


Trotzdem, die Chinesen hab ich nicht wieder getroffen, die Engländer waren irgendwann auch zu teuer und landeten im

Off-Shore Business! Schade.


Und jetzt, gerade 2 Jahre in Rente, lese ich dies im VDR Magazin:

Deutsche Seeschifffahrt VDR 1/2025 Seite 9


Lesen Sie in Ruhe durch. Mir fiel auf, dass auch EHEMALIGE gesucht werden, um die Ausbildung zu begleiten. Unter:


Wer kann mitmachen?


 Ehemalige sind auch willkommen!


Hoppla, etwa die, die man nicht mehr an Bord weiter beschäftigt hatte weil zu teuer? Oder weil man niemanden mehr in der Ausbildung hat mit ausreichender Erfahrung und Kenntnis?


Die Idee sich an Ehemalige zu erinnern ist geklaut. Fast jedes Museumsschiff ringt um die Patentinhaber für Deck und Maschine. Und auch dort gibt es keine Festanstellung, sondern freiwillig und ehrenamtlich, versteht sich.

Das Model dieser Mitarbeit wäre doch tatsächlich um ein Vielfaches billiger, als jeder Chinese es ist.

Hab ich links im Buch schon behauptet und nachgewiesen.


Wirklich, ein toller Ansatz. Soll ich nun lachen oder weinen?


Ich mag mich nicht bewerben, weil ich annehme, dass kritische Köpfe nicht gefragt sind. Obwohl ich auf eine unfallfreie und schadensfreie Berufstätig zurück blicken kann.

Habe meine Ferienfahrer und Kadetten, sowie die Besatzungen immer heil und gesund nach Hause gebracht.


Das war mein Beitrag an Bord, da draußen.


Nun gebe ich gern Auskunft hier und im Buch.


Möge es weiter deutsches Personal schaffen,


auch meinen Weg einschlagen zu können.


Good Luck


Und danke an HALO, die können so etwas anbieten:


14 "Mann" extra an Bord zu nehmen.

Kann und will nicht jeder Reeder!




 

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